Die Spezialambulanz für Angsterkrankungen in Berlin

führt Therapie der Panikstörung und Agoraphobie durch. Dadurch werden Panikattacken und Platzangst mit kognitiver Verhaltenstherapie behandelt, die in Einzel- und Gruppen-Therapie zur Behandlung der Panikstörung in Berlin stattfinden.

Die Therapie der Panikstörung

ist wirksam bei der Angst-Reduktion. Expositionstherapie bzw. auch Konfrontationstherapie lokal in Berlin ist dabei ein wichtiges Behandlungs-Element. Der Patient lernt, mit Angst und Panik besser umzugehen und die körperlichen Symptome von Panikattacken richtig zu interpretieren.

Richtig und rechtzeitig behandelt, haben Menschen mit einer Panikstörung mit Agoraphobie eine gute Prognose für ein erfolgreiches Therapie-Ergebnis. Sie lernen, aus dem Teufelskreis der Angst, dem Aufschaukeln von Panik-Gedanken und Panik-Körpersymptomen, auszubrechen, den Einfluss von Stress auf Angst zu verstehen und Strategien zur Angst- und Anspannungs-Reduktion einzusetzen.

Behandlung | Medikamentöse Therapie

AntidepressivaIn der Behandlung der Panikstörung werden überwiegend Antidepressiva eingesetzt, da diese nicht nur anti-depressiv, sondern auch anxiolytisch (Angst-lösend) wirken.

Es gibt verschiedene Arten bzw. Klassen an Antidepressiva. Die Auswahl erfolgt danach, welche Medikamente laut Forschungsstand den meisten Patienten helfen, als auch gemäß den individuellen Nebenwirkungen, Symptomen oder Wünschen der Patienten.

 

 Behandlung mit Antidepressiva | Allgemeine Prinzipien

  • Antidepressiva machen nicht abhängig. Sie verändern nicht die Persönlichkeit. Sie schränken die Leistungsfähigkeit der Patienten i.d.R. nicht ein. Eventuelle Nebenwirkungen verschwinden spätestens bei Absetzen der Medikamente wieder.
  • Man muss Antidepressiva regelmäßig - und nicht abhängig von dem aktuellem Befinden - einnehmen. In anerkannten Behandlungs-Richtlinien wird zu einer Einnahme über einen ZeitraMirtaum von 12 Monaten geraten (Quelle: Ballenger et al., 1998;Bandelow et al., 2002)
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  • Es muss in der Regel am Anfang langsam aufdosiert werden (erst geringe, dann langsam steigende Dosierung), damit der Körper sich an das Medikament gewöhnen kann. In dieser Anfangs-Phase treten häufig Nebenwirkungen auf (bei verschiedenen Antidepressiva-Klassen unterschiedlicher Art, z.B. Übelkeit, Schwindel, vermehrte Unruhe oder Angst), die jedoch durch langsames Aufdosieren in erträglichem Ausmaß gehalten werden können und nach ein paar Tagen wieder nachlassen. Manche Nebenwirkungen können auch längerfristig bestehen bleiben (z.B. trockener Mund, sexuelle Funktionsstörungen). In diesen Fällen ist im Einzelfall zu klären, ob die Dosierung und/oder die Art des Medikamentes gewechselt werden sollte. Alle Nebenwirkungen verschwinden restlos bei Ende der Medikamenten-Einnahme. Auch am Ende der Behandlung sollte das Medikament nicht plötzlich weggelassen, sondern die Dosis allmählich reduziert werden.
  • Die anxiolytische (Angst-lösende) Wirkung eines Antidepressivums beginnt erst mit einer Verzögerung von 1-4 Wochen. Daher kann man erst nach dieser Zeit beurteilen, ob das Medikament bei einer Person wirksam ist oder ob auf ein anderes Medikament oder auf eine höhere Dosierung gewechselt werden sollte.
  • Obwohl es Richtlinien bei Auswahl und Dosierung von Antidepressiva gibt, kann die Behandlung beim individuellen Patienten sehr verschieden sein, abhängig von der Wirkung des Medikamentes auf die Symptomatik.
  • Die Entlastung und Verbesserung, die durch das Medikament erreicht wird, sollte unbedingt genutzt werden, um den eigenen Aktionsradius wieder auszuweiten und aktiv gegen die Ängste vorzugehen, allein oder unterstützt durch eine Psychotherapie.

Arten von Antidepressiva | Selektive Serotin-Rückaufnahme-Hemmer (SSRIs)

SSRIs sind bei der medikamentösen Behandlung der Panikstörung sogenannte „1. Wahl“, d.h. diese Medikamente sind für die Behandlung der Panikstörung am besten untersucht und nachweislich am wirkungsvollsten (Quelle: Bourin and Lambert, 2002;Bale, Jr. et al., 1982;Kern and Ströhle, 2003). Sie behindern den Effekt einer Psychotherapie nicht, steigern ihn aber auch nicht (Quelle: Mitte, 2005;Furukawa et al., 2006). » mehr Informationen lesen ...

 

Wirkweise:

SSRIs erhöhen im Gehirn selektiv die Konzentration des Botenstoffes Serotonin, indem sie dessen Recycling (Rückaufnahme in die Nervenzelle über sogenannte Serotonin-Transporter) blockieren und damit den Botenstoff länger verfügbar machen. Einer der Gründe dafür, dass man annimmt, dass Angstpatienten einen Mangel an Serotonin aufweisen, stützt sich auf die gute Wirksamkeit dieser Medikamente.

Beispiele für Medikamente:

Paroxetin (Seroxat®); Citalopram (Cipramil®), Escitalopram (Cipralex ®); Fluvoxamin (Fevarin®), Fluoxetin (Fluctin®), Sertralin (Zoloft®)

Mögliche Nebenwirkungen:

Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwitzen, sexuelle Funktionsstörungen

Arten von Antidepressiva | Serotonin-Noradrenalin-Rückaufnahme-Hemmer (SNRI)

Die erfolgreiche Wirkung von sogenannten Serotonin-Noradrenalin-Rückaufnahme-Hemmern (SNRIs) ist erst seit kurzer Zeit wissenschaftlich klar gezeigt worden (Quelle: Pollack et al., 1996;Pollack et al., 2007). In hoher Dosierung zeigte das Medikament Venlafaxin sogar Vorteile gegenüber einem SSRI (schnellerer Wirkeintritt, höherer Anteil Panik-freier Patienten am Ende der Behandlung,(Quelle: Pollack et al., 2007). Daher wurde es in Kanada auch als Behandlung 1. Wahl eingestuft (Quelle: Evans et al., 2000). » mehr Informationen lesen ...

 

Wirkweise:

Ähnlich wie SSRI’s erhöhen auch SNRIs selektiv die Konzentration einzelner Gehirnbotenstoffe (hier Serotonin und Noradrenalin) über eine Blockade der entsprechenden Rückaufnahme-(Recycling-) Transporter. Neuere wissenschaftliche Arbeiten zeigen, dass Noradrenalin eine wichtige Rolle bei der Wirkungsweise von Antidepressiva spielt, da sich selbst die Wirkung der selektiven SSRIs von einer Verfügbarkeit von Noradrenalin abhängig zeigte (Quelle: Cryan et al., 2004)

Beispiele für Medikamente:

Venlafaxin (Trevilor ®)

Mögliche Nebenwirkungen:

Zittern, Unruhe, Herzklopfen, Schwitzen, sexuelle Funktionsstörungen

Arten von Antidepressiva | Trizyklische Antidepressiva (TZA)

Trizyklische Antidepressiva (TZA) waren die ersten Antidepressiva auf dem Markt. Sie zeigen eine vergleichbar gute Wirkung auf die Angst-Symptomatik wie SSRIs (Quelle: Bakker et al., 2002;Liebowitz, 1989). Jedoch führen sie bei den meisten Patienten zu mehr Nebenwirkungen, v.a. zu Mundtrockenheit, Verstopfung, Müdigkeit, Gewichtszunahme und Schwindel. Daher sind sie heute bei der medikamentösen Behandlung der Panikstörung sogenannte „2. Wahl“ (Quelle: Bakker et al., 2002;Gorman, 1997;Bakker et al., 2005;Baldwin et al., 2005), das heißt, man setzt sie erst dann ein, wenn SSRIs nicht geholfen oder individuell unerwünschte Nebenwirkungen gezeigt haben. In manchen Fällen (z.B. bei starker Unruhe) kann die beruhigende Wirkung vieler TZAs nicht nur eine Nebenwirkung, sondern ein durchaus erwünschter Effekt sein. Wie SSRIs behindern TZAs den Effekt einer Psychotherapie nicht, steigern ihn aber auch nicht (Quelle: Mitte, 2005;Furukawa et al., 2006). » mehr Informationen lesen ...

 

Wirkweise:

TZAs bewirken – je nach Medikament in unterschiedlicher Ausprägung - eine Erhöhung der Konzentration der Gehirn-Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin, beides über Blockade des Recyclings dieser Botenstoffe (Rückaufnahme in die Nervenzelle über sog. Serotonin- bzw. Noradrenalin-Transporter). Diese beiden Wirkmechanismen werden mit dem Angst-lösenden Effekt von TZAs in Verbindung gebracht. TZAs wirken jedoch nicht nur auf diese wirksame Weise (selektiv), sondern auch auf weitere Botenstoffe und Botenstoff-Empfänger (Rezeptoren), u.a. auf Azetylcholin-Rezeptoren, Histamin-Rezeptoren, Serotonin-2-Rezeptoren, Dopamin-Rezeptoren und Noradrenalin-Alpha-1-Rezeptoren. Dies führt häufig zu einer Reihe von unerwünschten Nebenwirkungen.

Beispiele für Medikamente:

Imipramin (Tofranil ®), Clomipramin (Anafranil ®), Amitriptylin (Saroten®), Doxepin (Aponal®), Nortriptylin (Nortrilen®), Desipramin (Pertofran®)

Mögliche Nebenwirkungen:

Müdigkeit, Mundtrockenheit, Verstopfung, erschwerte Harnausscheidung, Gewichtszunahme und Schwindel

Arten von Antidepressiva | Selektive Noradrenalin-Rückaufnahme-Hemmer(NARI)

Sogenannte Selektive Noradrenalin-Rückaufnahme-Hemmer (NARIs) zeigen einen Angst-lösenden Effekt in der Behandlung der Panikstörung (Quelle: Versiani et al., 2002), der jedoch nicht so effektiv ist wie der von SSRIs (Quelle: Seedat et al., 2003;Bertani et al., 2004). Das bisher wissenschaftlich untersuchte Medikament (Reboxetin) zeigte jedoch eine gute Wirkung bei Patienten, bei denen ein SSRI nicht zum gewünschten Behandlungserfolg geführt hatte (Quelle: Dannon et al., 2002) und Nebenwirkungen wie sexuelle Dysfunktion und Gewichtszunahme traten seltener auf (Quelle: Bertani et al., 2004). Insgesamt liegen noch nicht genügend ausreichend gute wissenschaftliche Studien vor, um die Wirksamkeit von SNRIs bei der Behandlung der Panikstörung sicher einschätzen zu können. Eingesetzt wird das Medikament z.B. bei Patienten, die bei SSRI-Einnahme unter sexuellen Funktionsstörungen leiden. » mehr Informationen lesen ...

 

Wirkweise:

NARIs erhöhen selektiv die Konzentration des Botenstoffes Noradrenalin im Gehirn, durch Blockade der Noradrenalin-Rückaufnahme-Transporter.

Beispiele für Medikamente:

Reboxetin (Edronax ®)

Mögliche Nebenwirkungen:

trockener Mund, Verstopfung, Schlafstörungen

Arten von Antidepressiva | Mirtazapin

Mirtazapin ist ein neues Antidepressivum, das seinen antidepressiven und Angst-lösenden Effekt in einer Mischung aus verschiedenen Wirkmechanismen entfaltet. Es hat in einer kontrollierten wissenschaftlichen Studie einen SSRI-vergleichbaren Angst-lösenden Effekt in der Behandlung der Panikstörung gezeigt (Quelle: Ribeiro et al., 2001), und auch weitere, methodisch schlechter kontrollierte Studien weisen auf seine Wirksamkeit (Quelle: Carli et al., 2002;Sarchiapone et al., 2003). Möglicherweise setzt die Angst-lösende Wirkung von Mirtazapine schneller ein als die von SSRIs (Quelle: Carli et al., 2002), doch muss dies in weiteren Studien genauer untersucht werden. Mirtazapin wird empfohlen, wenn Schlaflosigkeit ein stark belastendes Symptom ist oder SSRI-Behandlung zu inakzeptablen sexuellen Funktionsstörungen führt (Quelle: Mathew et al., 2001). » mehr Informationen lesen ...

 

Wirkweise:

Mirtazapin verstärkt sowohl die serotonerge als auch die noradrenerge Neurotransmission (Signalübertragung im Gehirn durch Botenstoffe), durch Wirkung an unterschiedlichen Rezeptoren (Botenstoff-Empfänger, Blockade von Noradrenalin-Alpha-Autorezeptoren, Noradrenalin-Alpha-Heterorezeptoren, Serotonin-2-Rezeptoren, Serotonin-3-Rezeptoren, Histamin-1-Rezeptoren).

Handelsname:

Remergil (®)

Mögliche Nebenwirkungen:

Schläfrigkeit, Gewichtszunahme, Schwindel, Kopfschmerzen

Arten von Antidepressiva | Irreversible Monoamin-Oxidase- (MAO-) Hemmer

Irreversible MAO-Hemmer sind in der Vergangenheit häufig zur Behandlung der Panikstörung eingesetzt worden. Es finden sich in der Literatur jedoch nur wenige, und methodisch eingeschränkt aussagefähige, Studien, die die Wirksamkeit von MAO-Hemmern in der Behandlung der Panikstörung beschreiben (Quelle: Sheehan et al., 1980;Buigues and Vallejo, 1987). Daher kommen MAO-Hemmer erst dann zum Einsatz, wenn andere Antidepressiva wie SSRIs, SNRIs oder Trizyklika nicht ausreichend wirksam waren oder beim individuellen Patienten zu nicht tolerierbaren Nebenwirkungen geführt haben. Ein weiterer Grund für den seltenen Einsatz von MAO-Hemmern sind mehr mögliche Nebenwirkungen und die Notwendigkeit des Einhaltens einer Diät während der Zeit ihrer Einnahme. » mehr Informationen lesen ...

 

Wirkweise:

MAO-Hemmer erhöhen im Gehirn die Konzentration sämtlicher Monoamine, u.a. Serotonin, Noradrenalin, Dopamin, Melatonin, Histamin, indem sie das Enzym, das diese Stoffe abbaut (Monoamin-Oxidase), hemmen. Auf diese Weise werden diese Gehirn-Botenstoffe nicht abgebaut, sondern bleiben in ihrer aktiven Form für längere Zeit wirksam.

Beispiele für Medikamente

Tranylcypromin (Jatrosom ®), Phenelzin (Nardil®)

Mögliche Nebenwirkungen

Schlafstörungen, Hypotonie, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen und Mundtrockenheit, hypertone Blutdruckkrise

 

Weitere medikamentöse Behandlungsoptionen

Neben den oben genannten Antidepressiva gibt es weitere Medikamente, die in der Behandlung der Panikstörung manchmal zum Einsatz kommen. Sie werden als zusätzliche Medikation eingesetzt oder dann, wenn Antidepressiva-Behandlungen nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben. Ihre Anwendung bei der Panikstörung hat entweder nur eine eingeschränkte oder eine wissenschaftlich noch nicht gut untersuchte Wirksamkeit oder aber ihre langfristige Einnahme birgt das Risiko gefährlicher Nebenwirkungen.

med. Behandlungsoptionen | Benzodiazepine

Benzodiazepine sind Beruhigungsmittel, von denen sich vor allem die Untergruppe der sogenannten „hochpotenten Benzodiazepine“ in der kurzfristigen Behandlung von Panikstörung als effektiv erwiesen haben (Quelle: Jonas and Cohon, 1993;Beauclair et al., 1994;Nardi and Perna, 2006;Andersch et al., 1991). Diese Medikamente beseitigen sehr schnell und sehr wirkungsvoll die Symptome der Angst. Jedoch besteht bei längerer Einnahme die Gefahr der Entwicklung einer Medikamenten-Abhängigkeit, was bedeutet, dass der Patient mit der Zeit immer höhere Dosierungen einnehmen muss, um zum selben Angst-lösenden Effekt zu gelangen. Außerdem ist das Absetzen des Medikamentes nach langer Behandlungszeit häufig mit starken Nebenwirkungen und einem Rückfall in die Angst-Symptomatik (Quelle: Noyes, Jr. et al., 1991) verbunden (sog. „rebound-Effekt“). Schlussendlich scheint die Einnahme von Benzodiazepinen den langfristigen Effekt von Psychotherapie zu verschlechtern (Quelle: Marks et al., 1993). Aus all diesen Gründen ist eine Behandlung mit Benzodiazepinen nur für einen kurzfristigen Einsatz geeignet (1-3 Wochen, maximal 1 Monat !) - als Zusatzmedikation zu einem Antidepressivum und nur im Falle einer aktuell sehr stark ausgeprägten Angstsymptomatik. » mehr Informationen lesen ...

 

Wirkweise:

Die Angst-verringernde Wirkung von Benzodiazepinen kommt durch eine Verstärkung der Wirkung des Botenstoffes Gamma-Amino-Butter-Säure (GABA) im Gehirn zustande, indem der entsprechende Botenstoff-Empfänger (GABA-Rezeptor) für längere Zeit offen gehalten wird, und der Botenstoff GABA dadurch länger wirken kann.

Beispiele für Medikamente

Alprazolam (Tafil®), Clonazepam (Rivotril®)

Mögliche Nebenwirkungen

Entwicklung von Medikamenten-Abhängigkeit bei längerfristiger Einnahme! Tagesmüdigkeit und Benommenheit, Konzentrations- und Denkstörungen. Daher besteht i.A. nach ihrer Einnahme nur eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit. Bei Absetzen des Medikamentes treten nach zu langer Einnahme häufig Entzugssymptome und ein Rückfall in die Angstsymptomatik (rebound-Effekt) auf.

med. Behandlungsoptionen | Antiepileptika

Antiepileptika haben erst seit kurzer Zeit Einzug gehalten in die Behandlung von Angststörungen. So ist das Medikament Pregabalin (Lyrika ®) als Therapie für die generalisierte Angststörung zugelassen. Für eine Wirksamkeit von Antiepileptika bei der Panikstörung gibt es bisher jedoch noch keine ausreichende wissenschaftliche Basis. Erste Studien geben Hinweise auf mögliche therapeutische Effekte (Quelle: Primeau et al., 1990;Woodman and Noyes, Jr., 1994;Baetz and Bowen, 1998;Pande et al., 2000), weitere Studien werden dies jedoch weiter untermauern müssen. Daher werden Antiepileptika gegenwärtig am ehesten in Kombination mit SSRIs eingesetzt, (i) wenn Patienten zusätzlich zur Panikstörung auch unter einer generalisierten Angststörung oder einer Somatisierungsstörung leiden oder (ii) wenn bisherige Therapieversuche fehl geschlagen sind oder wenn (iii) Alkoholmissbrauch, Migräne oder Hypomanie das Krankheitsbild erschweren (Quelle: Mathew et al., 2001). Die möglichen Nebenwirkungen von Antiepileptika erfordern regelmäßige Blutbildkontrollen. » mehr Informationen lesen ...

 

Wirkweise:

Antiepileptika verringern die Erregbarkeit von Nervenzellen und damit deren Neigung zu übermäßigen Entladungen (Krampfanfällen). Die genauen Wirkmechanismen unterscheiden sich stark zwischen den einzelnen Antiepileptika (z.B. Beeinflussung verschiedener Ionen-Kanäle, Verstärkung der GABA-Neurotransmission und/oder Blockade der Glutamat-Neurotransmission, für eine Übersicht siehe (Quelle: Mula et al., 2007)) und sind bei der Mehrzahl der Medikamente bisher auch noch nicht endgültig geklärt.

Beispiele für Medikamente

Valproinsäure (Ergenyl®, Orfiril®), Gabapentin (Neurontin ®), Pregabalin (Lyrika®)

Mögliche Nebenwirkungen

Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Blutbildveränderungen, Lebererkrankungen

med. Behandlungsoptionen | Neuroleptika

Für die Wirksamkeit von Neuroleptika in der Behandlung der Panikstörung gibt es bisher keine hinreichende wissenschaftliche Basis. Es gibt zwar Hinweise, dass der Einsatz des niedrig dosierten atypischen Neuroleptikums Olanzapin (Zyprexa®) zusätzlich zu einer SSRI-Behandlung sinnvoll sein kann, wenn eine SSRI-Behandlung allein nicht erfolgreich war (Quelle: Sepede et al., 2006). Olanzapin-Behandlung wird auch bei zusätzlicher Hypomanie bei bestehender Familiengeschichte einer bipolaren Störung empfohlen (Quelle: Mathew et al., 2001). Der Einsatz dieser Medikamentenklasse in der Panikstörung muss jedoch noch besser untersucht werden. » mehr Informationen lesen ...

 

Wirkweise:

Olanzapin gehört zu den sogenannten atypischen Neurolepika. Während typische Neuroleptika vor allem die Aktivität des Gehirnbotenstoffes Dopamin verringern, wirkt Olanzapin vorrangig über eine Blockade der Serotonin-2-Rezeptoren (Botenstoff-Empfänger) im Gehirn.

In der Panikstörung bisher untersuchtes Medikament:

Olanzapin (Zyprexa®)

Mögliche Nebenwirkungen

extrapyramidal-motorische Störungen (wenn auch in geringerem Ausmaß als bei klassischen Neuroleptika), Blutbildveränderungen (Agranulozytose, erhöhte Prolaktinspiegel), Gewichtszunahme, Müdigkeit

med. Behandlungsoptionen | Beta-Blocker

Zur Beeinflussung starker vegetativer Symptomatik (Herzrasen oder -stolpern, Zittern etc) werden manchmal Beta-Blocker eingesetzt. Sie zeigen jedoch keine Wirkung auf Angst oder Panik. Lediglich eine unzureichend kontrollierte Studie beschreibt positive Effekte in der Behandlung der Panikstörung (Quelle: Ravaris et al., 1991), während eine weitere Studie keinen Effekt finden konnte (Quelle: Munjack et al., 1989). Hingegen zeigte sich ein positiver Effekt des Beta-Blockers als Zusatzbehandlung zu einem SSRI, wenn dieses Medikament allein nicht zu einer ausreichenden Wirkung geführt hatte (Quelle: Hirschmann et al., 2000). Doch selbst in dieser Einsatzform müssen Beta-Blocker noch weiter untersucht werden.

med. Behandlungsoptionen | Zulassungsstatus

Zugelassen für die Behandlung der Panikstörung in Deutschland sind derzeit: Clomipramin (Anafranil ®), Paroxetin (Seroxat ®), Escitalopram (Cipralex ®), Venlafaxin (Trevilor ®) und Citalopram (Cipramil ®).

Die neuesten Vorschläge für Behandlungs-Regime in der Literatur

Bakker et al. 2005, International Journal of Neuropsychopharmacology
  1. SSRI (mind. 4 Wochen in therapeutischer Dosierung)
  2. ein anderes SSRI
  3. Trizyklikum (Clomipramin oder Imipramin)
  4. Hoch-potentes Benzodiazepin (in hoher Dosierung)
  5. MAO-Hemmer
Cloos 2005, Current Opinion in Psychiatry
  1. SSRI oder Trizyklikum
  2. Hoch-potentes Benzodiazepin
Baldwin et al. 2005, Journal of Psychopharmacology
  1. SSRI
  2. Trizyklikum (Clomipramin oder Imipramin)
  3. Benzodiazepin (Alprazolam, Clonazepam, Diazepam, Lorazepam) oder Venlafaxin oder Reboxetin


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Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

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