Behandlung | Medikamente oder Psychotherapie
Wann ist es sinnvoll, eine (evtl. zusätzliche) medikamentöse Behandlung der Panikstörung in Erwägung zu ziehen?
- Wenn die Symptomatik so schwerwiegend ist, dass die Teilnahme an psychotherapeutischen Maßnahmen nicht oder schwer möglich ist
- Wenn zusätzliche eine mittelschwere oder schwere depressive Symptomatik vorliegt.
- Wenn Schlafprobleme, Somatisierung (körperliche Beschwerden ohne körperliche Ursache) oder generelle Unruhe im Vordergrund der Erkrankung stehen.
- Wenn bisherige psychotherapeutische Maßnahmen wenig geholfen haben.
- Wenn Psychotherapeuten nicht verfügbar sind.
- Wenn zusätzliche Erkrankungen vorliegen, die eine Expositionstherapie erschweren oder unmöglich machen (z.B. schwere Herzerkrankungen).
Grundsätzlich ist die Entscheidung für Psychotherapie, medikamentöse Therapie oder aber eine Kombinationsbehandlung immer eine ganz individuelle Entscheidung von Patient und Arzt, für die es bisher keine klaren Entscheidungsregeln gibt. Beide Therapieformen, Psychotherapie + Pharmakotherapie, zeigen sich in wissenschaftlichen Studien ähnlich erfolgreich (Aktuelle Therapieforschung). Die Kombination von beiden Behandlungsformen führt nicht zu einer deutlichen Verbesserung der Wirksamkeit, jedoch zu einem rascheren Eintritt der Verbesserung der Symptomatik. Es gibt Hinweise, dass eine Psychotherapie oder aber Kombinationsbehandlung (Psychotherapie + Pharmakotherapie) nachhaltigere Effekte aufweist als eine reine Pharmakotherapie-Behandlung.