Die Spezialambulanz für Angsterkrankungen in Berlin

führt Therapie der Panikstörung und Agoraphobie durch. Dadurch werden Panikattacken und Platzangst mit kognitiver Verhaltenstherapie behandelt, die in Einzel- und Gruppen-Therapie zur Behandlung der Panikstörung in Berlin stattfinden.

Die Therapie der Panikstörung

ist wirksam bei der Angst-Reduktion. Expositionstherapie bzw. auch Konfrontationstherapie lokal in Berlin ist dabei ein wichtiges Behandlungs-Element. Der Patient lernt, mit Angst und Panik besser umzugehen und die körperlichen Symptome von Panikattacken richtig zu interpretieren.

Richtig und rechtzeitig behandelt, haben Menschen mit einer Panikstörung mit Agoraphobie eine gute Prognose für ein erfolgreiches Therapie-Ergebnis. Sie lernen, aus dem Teufelskreis der Angst, dem Aufschaukeln von Panik-Gedanken und Panik-Körpersymptomen, auszubrechen, den Einfluss von Stress auf Angst zu verstehen und Strategien zur Angst- und Anspannungs-Reduktion einzusetzen.

Aktuelle Studien in der Spezialambulanz für Angsterkrankungen

1. Kognitive Verhaltenstherapie der Panikstörung mit Agoraphobie: Einzeltherapie

Diese Psychotherapiestudie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Sie findet im Rahmen einer großen multizentrischen Studie statt, d.h. dass in ganz Deutschland insgesamt 7 universitäre Einrichtungen zusammenarbeiten und insgesamt 450 Patienten im Rahmen der Studie behandelt werden. Die Wirksamkeit von kognitiver Verhaltenstherapie ist in vergangenen Studien bereits ausführlich untersucht und gezeigt worden. Diese Studie hat zum Ziel, herauszufinden: 

 

  1. welche biologischen Prozesse den psychotherapeutischen Prozess begleiten
  2. wie sich zwei leicht unterschiedliche Formen der kognitiven Verhaltenstherapie unterscheiden.

Beide Fragestellungen sollen dazu beitragen, bessere und effektivere Therapien für die Panikstörung mit Agoraphobie zu entwickeln.

Zu diesem Zweck werden die Patienten, die an der Therapiestudie teilnehmen möchten, in verschiedene Gruppen eingeteilt, die leicht unterschiedliche Formen der Therapie erfahren oder zeitversetzt mit der Therapie beginnen. Der Therapieerfolg wird mithilfe verschiedener Fragebögen und Interviews wiederholt erfasst, und bei Zustimmung des Patienten werden verschiedene biologische Messverfahren eingesetzt (Kernspintomographie = Messung von Hirnaktivität, Elektromyogramm = Messung von Muskelspannung; Elektrodermale Aktivität = Messung der Hautleitfähigkeit; Elektrokardiogramm = Messung der Herzaktivität). Die ambulante Therapie umfasst im Kern einen Zeitraum von 2 Monaten mit ca. 2 Sitzungen pro Woche.

Mitarbeiter:
Dipl. Psych. Meline Stoy
Dipl. Psych. André Wittmann

2. Kognitive Verhaltenstherapie der Panikstörung mit Agoraphobie: Unterstützung des Umlernprozesses durch D-Cycloserin

Auch diese Psychotherapiestudie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und findet monozentrisch, also nur in Berlin, statt. Erst seit kurzer Zeit weiß man in Forschungskreisen, dass D-Cycloserin, ein altbewährtes Antibiotikum, nicht nur zur Behandlung von Infektionskrankheiten hilft. In seiner Eigenschaft als indirekter N-Methyl-D-Aspartat (NMDA) Rezeptor-Agonist unterstützt diese Substanz Lernprozesse, hier speziell das Verlernen von Angst in gefürchteten Situationen. Bei Höhenphobikern und Sozialphobikern (Aktuelle Panikforschung) wurde bereits gezeigt, dass D-Cycloserin den Effekt von Expositionstherapie im Rahmen einer Verhaltenstherapie deutlich verbessern konnte.


Diese Studie hat das Ziel zu untersuchen, ob D-Cycloserin auch bei Panikpatienten mit einer Agoraphobie den Therapieerfolg noch verbessern kann. Auch in dieser Studie wird der Therapieerfolg mithilfe verschiedener Fragebögen und Interviews wiederholt erfasst. Bei Zustimmung des Patienten werden zu verschiedenen Zeitpunkten zudem Blutentnahmen durchgeführt, anhand derer untersucht werden soll, ob und in welcher Weise bestimmte Hormone und Steroide am Therapieprozess beteiligt sind. Die ambulante Therapie umfasst im Kern einen Zeitraum von 1 Monat mit ca. 3 Sitzungen pro Woche.

Mitarbeiter:
Dr. rer. nat. Dipl. Psychologin Anja Siegmund
Dr. med. Jens Plag
Cand. Dipl. med. Luisa Köster

3. Neuronale Verarbeitung Angst-besetzter Situationen bei Patienten mit Panikstörung und Agoraphobie

Forschung AngstambulanzMittels der sogenannten Magnetresonanztomografie (fMRT) kann die Aktivierung von Hirnregionen sichtbar, und damit Prozesse des Denkens, Fühlens und Handelns der Untersuchung zugänglich gemacht werden.

In dieser Studie wird untersucht, welche Hirnregionen Patienten mit einer Panikstörung und Agoraphobie zur Verarbeitung typischer Angstsituationen nutzen - im Vergleich zu Menschen, die noch nie eine Panikattacke erlebt haben. Dazu werden den Teilnehmern Fotos gezeigt, die Situationen darstellen, in denen die Patienten - nicht aber die Gesunden - häufig Angst oder sogar Panikattacken bekommen und die sie daher häufig meiden (z.B. volle U-Bahnen, Menschenmengen oder Fahrstühle). Als Vergleich dienen neutrale Bilder (z.B. Bücher, Häuser, Pilze). Während der Betrachtung der Bilder wird die Hirnaktivität erfasst. Wir erwarten, dass insbesondere die Amygdala (auch bekannt als „Mandelkern“) bei Patienten stärker aktiviert sein wird als bei gesunden Vergleichspersonen.

Das Untersuchungsparadigma (d.h. der spezielle Ablauf in der Präsentation der Bilder und die zugehörige Aufzeichnung der Hirnaktivität) wurde eigens zu diesem Zwecke etabliert und als „Westphal-Paradigma“ bezeichnet, nach Carl Westphal, der bis Ende des vorletzten Jahrhunderts an der Charité tätig war und das Krankheitsbild der Agoraphobie erstmals beschrieben hat. Es findet auch in der BMBF-Einzeltherapiestudie (siehe oben) Einsatz.

Mitarbeiter:
Dipl. Psych. André Wittmann
Cand. Dipl. psych. Timo John

4. Sport-fMRT-Studie

In dieser Studie geht es darum, mit Hilfe von funktionellen Kernspin-Untersuchungen (fMRT) ein genaueres Verständnis der akuten Auswirkungen von Sport auf die Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Informations- und Emotionsverarbeitung zu entwickeln:
Durch welche Mechanismen wirkt Sport angstlösend und stimmungsverbessernd? Langfristig könnten solche Erkenntnisse dabei helfen, Sport systematischer als bisher im Rahmen von Therapien psychischer Störungen einzusetzen.

Um dies zu untersuchen, werden gesunde Versuchspersonen vor der Testung einer von zwei Bedingungen zugelost: entweder 30 Minuten ruhiges Gehen oder 30 Minuten schnelles Laufen auf dem Laufband.
Im Anschluss daran folgt jeweils die Kernspinuntersuchung, die ca. 1 ½ Stunden dauert und aus verschiedenen Abschnitten besteht: dem Anschauen emotionaler und neutraler Gesichter, einer Aufgabe, bei der durch schnelle Reaktionen Geldbeträge gewonnen oder verloren werden können, und einem Abschnitt mit Kopfrechenaufgaben.

Während und nach der Untersuchung werden in regelmäßigen Abständen von etwa 20 Minuten Speichelproben entnommen, um die Veränderungen bestimmter Hormone messen zu können. Des Weiteren werden die Versuchspersonen zu verschiedenen Zeitpunkten der Untersuchung gebeten, Fragebögen zu Ihrer aktuellen Stimmung und Befindlichkeit auszufüllen.

Mitarbeiter:
Dipl.-Psych. Elisabeth Wolff

5. Sport-Therapie-Studie

In dieser Studie soll untersucht werden, ob es möglich ist, den Effekt einer kognitiven Verhaltenstherapie bei Patienten mit einer Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie mit Hilfe von regelmäßiger körperlicher Betätigung noch zu verbessern. Dafür werden Patienten mit dieser Angsterkrankung an einer am Haus etablierten und nachweislich wirksamen Gruppen-Verhaltenstherapie teilnehmen, die über einen Zeitraum von einem Monat 2x pro Woche am späten Nachmittag ambulant stattfindet. Zusätzlich werden alle Teilnehmer an 3 Tagen pro Woche ein angeleitetes körperliches Training absolvieren. Die die Therapie flankierenden EEG-Untersuchungen (Elektroenzephalografie) sollen zudem Aufschluss über biologische Prozesse geben, die dem therapeutischen Prozess unterliegen.

Mitarbeiter:
Dipl.-Psych. Katharina Gaudlitz
Dr. med. Jens Plag
Dr. med. Sebastian Ivens

 

6. Randomisierte, kontrollierte Studie zu den Effekten von körperlicher Aktivität bei Patienten mit einer Dentophobie (Zahnarztangst)

 

ZahnarztangstDie Zahnarztangst, auch Dentophobie , ist eine spezifische Phobie. Die übersteigerte Angst führt fast immer zu einer jahrelangen Vermeidung des Zahnarzt(besuch)es.

 

Diese Studie hat zum Ziel, herauszufinden:

1. In wieweit  eine einmalige körperliche Betätigung die Symptome einer Dentophobie  (Zahnarztangst) beeinflussen kann.

2. Ob es durch die angebotene „Alternativtherapie“ zu Veränderungen in der Stressreaktion kommt.

Die Fragestellungen dieser Studie, sollen zur Identifikation potentieller Angriffsmöglichkeiten für neue „alternative“ Therapiemöglichkeiten beitragen.

Dazu sollen Patienten mit einer Dentophobie (Zahnarztangst) zwei unterschiedliche Formen körperlicher Aktivität vor einer Zahnsteinentfernung ausüben.

Der Erfolg der Therapie wird mittels verschiedener diagnostischer Fragebögen zur Symptomatik erfasst, welche vor, während und nach der Zahnbehandlung sowie an einem follow-up Zeitpunkt von den Patienten ausgefüllt werden.

Parallel dazu sollen bei allen Patienten endokrine und kardiologische  Parameter bestimmt und deren Beeinflussung durch die jeweilige Interventionsform beurteilt werden. Als  biologische Messverfahren dienen dabei EKG (Elektrokardiogramm) zur Bestimmung der Herzratenvariabilität und die Entnahme von Speichelproben, um die Veränderungen bestimmter Stresshormone zu erfassen.

Mitarbeiter:
Dipl.-Psych. Brigitt-Leila von Lindenberger
Zsuzsa Dudás (Zahnärztin für Oralchirurgie)
Dr. med. Jens Plag 
cand.-psych. Ilkay Akar

 



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Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

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