Was ist eine Depression?
Bei der Depression unterscheidet man verschiedene Formen, (i) die depressive Episode, wenn depressive
Symptome eines bestimmten Schweregrades das erste mal auftreten, (ii) die rezidivierende depressive Störung, wenn
diese Symptome wiederholt auftreten und (iii) die bipolare affektive Störung, wenn sich Symptome sehr gedrückter
Stimmung und übermäßig gehobener Stimmung abwechseln. Wenn depressive Symptome
über einen Zeitraum von mehreren Jahren anhalten und dabei nicht so schwer
ausgeprägt sind, um die Kriterien für eine depressive Episode zu erfüllen,
spricht man auch von einer Dysthymie.
Diagnostische Kriterien nach ICD-10 (Internationale Klassifikation psychischer Störungen, herausgegeben von der Weltgesundheitsorganisation):
Man unterscheidet bei der
Depression zwischen sogenannten Hauptsymptomen und Nebensymptomen. Der
Schweregrad der Depression wird nach der Anzahl der vorliegenden Haupt- und
Nebensymptome bestimmt.
Hauptsymptome:
- gedrückte Stimmung
- Interessenverlust/Freudlosigkeit
- Verminderung des Antriebes/Verminderung der Energie: Ermüdbarkeit und Aktivitätseinschränkung
Nebensymptome:
- verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
- vermindertes Selbstwertgefühl und
Selbstvertrauen
- Schuldgefühle und Wertlosigkeit
- negative und pessimistische Zukunftsperspektive
- Suizidgedanken, Selbstverletzung,
Suizidhandlungen
- Schlafstörungen
- verminderter Appetit
Leichte Episode:
- Vorliegen von 2 Hauptsymptomen + 2 Nebensymptomen.
- Keines der Symptome ist schwer ausgeprägt.
- Die Symptome bestehen seit mindestens 2 Wochen.
- Es besteht Leidensdruck, aber die Person ist beruflich und sozial noch normal leistungsfähig.
Mittelgradige Episode:
- Vorliegen von 2 Hauptsymptomen + 3 Nebensymptomen
- Einige der Symptome sind schwer ausgeprägt oder es
besteht ein besonders weites Spektrum von Symptomen.
- Die Symptome bestehen seit mindestens 2 Wochen
- Die Fortführung beruflicher, sozialer und häuslicher Aktivitäten ist für den Betroffenen unter erheblichen Anstrengungen möglich.
Schwere Episode:
- Alle drei Hauptsymptome + mindestens 4
Nebensymptome liegen vor.
- Einige der Symptome sind schwer ausgeprägt.
- Die Symptome bestehen seit mindestens 2 Wochen.
Bei schwerer Ausprägung oder schnellem Eintritt der Symptomatik ist die
Diagnose der schweren Episode auch eher möglich.
- Eine Fortführung beruflicher, sozialer und
häuslicher Aktivitäten ist nur begrenzt möglich oder unmöglich.