Diagnostik | Agoraphobie
Die Agoraphobie oder „Platzangst“ tritt häufig zusammen mit der Panikstörung auf, sie kann jedoch auch isoliert vorkommen. Menschen mit einer Agoraphobie empfinden Angst oder Unwohlsein an Orten, in denen sie im Falle des Auftretens von Panik oder potentiell bedrohlichen Körperzuständen nicht schnell genug flüchten könnten, Hilfe nicht schnell genug verfügbar wäre oder sie in peinliche Situationen geraten könnten. Daher vermeiden sie diese Orte (z.B. Menschenmengen, Fahrstühle, U-Bahnen, S-Bahnen, Busse, Züge, Kaufhäuser). In schweren Fällen können die Betroffenen ihre Wohnung nicht mehr verlassen oder sind auf die Begleitung anderer Personen angewiesen, in deren Gegenwart sie sich sicherer fühlen.
Die Agoraphobie tritt in Deutschland bei ca. 1% der Männer und ca. 3% der Frauen auf (12-Monats-Prävalenzen). Die Störung beginnt bei den meisten in der Mitte der 3. Lebensdekade. (Quelle: Bundesgesundheitssurvey 98)
Diagnostische Kriterien nach ICD-10 (Internationale Klassifikation psychischer Störungen, herausgegeben von der Weltgesundheitsorganisation):
- Die psychischen und körperlichen Symptome müssen von der Angst herrühren und nicht auf anderen Symptomen wie Wahn- oder Zwangsgedanken beruhen.
- Die Angst muss in mindestens zwei der folgenden umschriebenen Situationen auftreten: in Menschenmengen, auf öffentlichen Plätzen, bei Reisen mit weiter Entfernung von Zuhause oder bei Reisen alleine.
- Die Vermeidung der phobischen Situation muss ein entscheidendes Symptom sein.
- Es muss beachtet werden, dass die Diagnose der Agoraphobie auch dann gestellt werden muss, wenn der/die Betroffene die phobischen Situationen seit längerer Zeit vermeidet und daher Angst-frei ist.
Symptome von Depression, Depersonalisation , Zwangsstörung und Sozialphobie schließen eine Diagnose der Agoraphobie nicht aus, solange sie das klinische Bild nicht beherrschen.
- Die Agoraphobie tritt nicht sekundär als Folge einer früher begonnenen Depression auf.
Leiden Sie unter einer Agoraphobie (Platzangst)?
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